Der Kölner Brauereiverband wehrt sich gegen ein Produkt aus Sölden im Ötztal. Der Name: Sölsch. Obergärig, hell, unfiltriert. Ein Kölsch oder was? Aus Sölden?

Die beiden Ötztaler Florian Schmisl und Simon Gstrein sind mutig in die Bierwelt eingestiegen. Sie haben eine Brauerei gebaut. Diese heißt Bäckelar Brewery und steht im Gewerbegebiet in Sölden. Begleitet von viel Action via Facebook und Co. sind sie mit ihrem ersten Bier an den Start gegangen. Sein Name ist Sölsch, das Styling modern.

Sölsch. Das ruft den Kölner Brauereiverband auf den Plan, denn der Verdacht liegt nahe: Da will jemand einen Bezug zu Kölsch herstellen. Zumal das Bier, wäre es in Köln gebraut, ein Kölsch sein könnte. 4,7 Vol %, hell, obergärig, easy to drink, man könnte auch süffig sagen. So lässt sich auch Kölsch beschreiben.

Nun muss man wissen: „Kölsch“ ist seit 1985 eine geschützte geographische Herkufstsbezeichung innerhalb der Europäischen Union. Danach darf ein Bier der entsprechenden Brauart nur dann Kölsch genannt werden, wenn es in einer Brauerei gebraut wurde, die dem Kölner Brauereiverband angehört. Man spricht gerne davon, dass die Kölsch brauende Brauerei den Kölner Dom sehen muss.

Schmisl und Gstrein, die beiden „Sölscher“, haben sich abgesichert. Das sagen sie in einem kurzen Telefonat am heutigen Vormittag. Sie haben sich die Marke „Sölsch“ europaweit schützen lassen. Soweit so gut. In der vergangenen Woche konnte man am Web von Sölsch noch lesen, dass das Bier nach Kölner Brauart hergestellt sei. Dieser Eintrag ist in der Zwischenzeit verschwunden bzw. durch „obergärige Brauart“ ersetzt. Fakt ist, der Kölner Brauereiverband macht den beiden das Leben jetzt schwer. Ob mit Erfolg oder nicht, das wird man sehen. Wir werden es aber verfolgen und hier berichten.