Giesinger Bräu gegen Allianz. Steffen Marx gibt nicht klein bei. Wozu soll eine Betriebsschließungsversicherung (BSV) gut sein, wenn nicht, um Ausfälle aus dem Lockdown zu ersetzen?

“Wir haben die Versicherung vor ca. zehn Jahren abgeschlossen. Und immer brav Beiträge gezahlt”, hört man von Bräu Steffen Marx. Er beziffert seine Forderung auf 240.000 Euro. Die Allianz verweigerte die Auszahlung der Summe, bot einen Vergleich an. Marx hat abgelehnt, er will den vollen Betrag: “Darunter machen wir es nicht”.

Heute sollte der erste Verhandlungstag vor dem Landgericht München sein. Der Termin wurde am frühen Morgen auf September verschoben, berichtet ein sichtlich genervter Bräu via Facebook: „Guten Morgen zusammen, Gerichtstermin wurde heute früh sehr kurzfristig abgesagt und in den September verlegt. Vielleicht haben Sie keine großen Räume? Oder muss die Allianz wohl noch mal nachrechnen? Man weiss es nicht. Also, alles auf Start: ich melde mich.“

Am Landgericht München wurde in den vergangenen Monaten in mehreren Fällen zugunsten der Kläger entschieden. In ihren Begründungen bemängelten die Richter die vermeintlich “intransparenten” Versicherungsbedingungen, vor allem in den Verträgen der Allianz. Das kann Marx hoffnungsvoll stimmen. Prominentes Münchner Beispiel für den gewonnenen Rechtsstreit mit der Versicherung ist Jürgen Lochbihler, Wirt des Pschorr am Münchener Viktualienmarkt. Er erhielt 465.000 Euro ausbezahlt.

Foto: www.giesinger-braeu.de