Die deutschen Landwirte bauen immer weniger Sommergerste für die Brauwirtschaft an. Der Anbau von Futtergerste oder Dinkel sind attraktiver und vor allem lukrativer geworden.

Die deutsche Braugersten-Gemeinschaft e.V. hat ihren jährlichen Saatenstandsbericht für Sommergerste erstellt und stellt fest: Die Sommergerstenfläche in Deutschland stürzt um 17 % auf ca. 300.000 Hektar unerwartet stark ab. Für die extreme Reduzierung der Anbaufläche werden mehrere Gründe genannt. Da ist der starke Anstieg der Futtergerstenpreise und die damit schrumpfende Braugerstenprämie.

Auch die lukrativen Angebote anderer Marktfrüchte wie beispielsweise Dinkel haben zur Abkehr von Sommergerste geführt. Der starke Einbruch des nationalen und internationalen Biermarktes mit der möglichen Unsicherheit bei der Vermarktung von Braugerste spielt wahrscheinlich eine zusätzliche Rolle. Das insgesamt sehr kühle und niederschlagsreiche Frühjahr hat den Getreidebeständen in Deutschland gut getan.

Zwar ist die Entwicklung der Sommergerstenbestände dem langjährigen Durchschnitt etwas hinterher, die Bestände stehen aber gut und lassen eine qualitativ hochwertige und quantitativ überdurchschnittliche Ernte erwarten. Hoffen wir, dass die starken Unwetter die Aussicht auf gute Ernten nicht verschlechtert haben!

Quelle: Deutsche Braugersten-Gemeinschaft e.V.
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