Schon wieder kämpft der Kölner Brauereiverband gegen ein Bier nach Kölner Brauart. Dieses Mal trifft es die Geislinger Kaiser Brauerei mit ihrem limitierten Editionsbier. Sein Name ist der Stein des Anstoßes.

Die Geislinger Brauerei hatte eine Idee. Jeder Braumeister und jeder Brauer soll sein eigenes Bier kreieren, frei nach Lust und Laune – vom Rezept bis zum Namen. Nummer 1 erschien im Mai, gebraut vom Braumeister Dominic Dröge. Er stammt aus Köln. Was braut ein Kölner Braumeister? Kölsch. Beim Namen dachte er an Geislingen. Er nannte es Gölsch und brachte den Stein ins Rollen.

Kölsch, das wissen wir alle längst, ist ein geschützter Begriff. Nur die Brauereien des Kölner Brauereiverbandes haben Zugriff auf den Namen. Man schaut in Köln genau hin und deshalb auch nach Geislingen. Die Kaiser Brauerei hat Post bekommen.

Christoph Kumpf, Geschäftsführer der Kaiser Brauerei: „Ich habe diese Woche bereits eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. Das Bier war von Anfang an als limitierte Edition geplant und wir waren richtig schnell ausverkauft. Als das Schreiben des Brauereiverbandes bei uns ankam, hatten wir keine einzige Flasche mehr im Lager“.

Braumeister Dominic Dröge: „Da hätte ich von den Kollegen aus Köln schon mehr Humor erwartet – zumal das Bier von Anfang an als limitierte Edition beworben wurde und daher keine Gefahr für die Marke „Kölsch“ besteht. Vielmehr hat mein Bier den Leuten hier anscheinend so gut geschmeckt, dass es nach knapp vier Wochen bereits komplett ausverkauft war – eine bessere Werbung für die Brauart kann es doch gar nicht geben.“

Geschäftsführer Christoph Kumpf wundert sich über das Vorgehen der Großbrauereien aus Köln: „Wir haben so viele begeisterte Nachrichten und gutes Feedback auf unser Bier nach kölscher Brauart erhalten – auf die Fanpost aus Köln selbst hätten wir gerne verzichtet“.

Quelle/Foto: Kaiser Brauerei, Geislingen,
www.kaiser-brauerei.de