Brauerei des Monats: November 2026

Wir reisen wieder in den Osten, nach Chemnitz in Sachsen. Genauer gesagt fahren wir nach Einsiedel, einem früher selbstständigen Dorf am Fuß des Erzgebirges, das heute zu Chemnitz gehört. Unsere Brauerei des Monats November ist das Einsiedler Brauhaus.

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Brauereien in der ehemaligen DDR

Das Brauhaus hat eine Geschichte, die viele Braustätten in den ostdeutschen Bundesländern teilen. Zwischen 1945 und 1949 begann man in der Sowjetischen Besatzungszone, die Brauereien zu verstaatlichen. Familienbrauereien durften auch in der DDR noch eine Weile weiterbrauen, an manchen beteiligte sich der Staat. 1972 wurden die letzten privaten und halbstaatlichen Brauereien schließlich enteignet und in staatliche Kombinate eingegliedert.

Das Einsiedler Brauhaus

Der Chemnitzer Maschinenbauer Emil Schwalbe gründete die Brauerei am 29. August 1885. 1907 entstanden das Sudhaus und der Uhrenturm, beide sind heute denkmalgeschützt. Zwischen den Weltkriegen gehörte das Haus zeitweise zu einem größeren Verbund: Ab 1925 war es Zweigniederlassung der Radeberger Exportbierbrauerei aus Dresden. 1937 kaufte die bayerische Familie Winterling den Betrieb, und das Brauhaus war, vorerst, wieder in privater Hand.

Die »DDR-Laufbahn«

Am 5. März 1945 beschädigte ein Fliegerangriff die Brauerei erheblich. Die Belegschaft baute sie selbst wieder auf und braute weiter: zunächst ein Dünnbier mit zwei bis drei Prozent Stammwürze – die Rohstoffe waren knapp. Privatbetriebe galten in der DDR als benachteiligt – das Brauhaus drängte deshalb auf eine staatliche Beteiligung. Weil die Besitzerfamilie im Westen lebte, wurde der Antrag abgelehnt, und die Brauerei stattdessen ab 1960 an den volkseigenen Betrieb Vereinigte Brauereien Karl-Marx-Stadt verpachtet. 1972 folgte schließlich die Enteignung: Das Brauhaus wurde Betriebsteil des VEB Braustolz im Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt.

Zurück in Familienhand

1990 fand dann die Reprivatisierung statt: Das Brauhaus ging an das Ehepaar Leutheußer aus Marktredwitz. Frau Leutheußer ist eine Enkelin von Hermann Winterling, dem früheren Eigentümer der Brauerei. 1992 und '93 wurde das Sudhaus modernisiert. 1998 braute Einsiedler als erste Brauerei Sachsens nach der Wende wieder Weißbier. Im selben Jahr übernahmen der langjährige Prokurist Frank Kapp und der Rechtsanwalt Hans-Dieter Oermann die Gesellschafteranteile der Familie Leutheußer.Heute führen Steffen Rumler und Nils Voigtmann die Geschäfte.

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Die Biere im Paket

Zwölf Köstlichkeiten aus dem Einsiedler Brauhaus zeigen einmal mehr: Auch in Sachsen versteht man sich auf das Bierbrauen. Bemerkenswert: Drei Bockbiere sind im Paket: Bock hell, Winterbock und Doppelbock.

Einsiedler Hell. Goldgelb glänzend, feinperlig im Antrunk, vollmundig, süffig. Mehr braucht ein gutes Helles nicht.

Einsiedler Landbier. Glänzendes Rotgold, einladender Duft nach Sommergetreide und getrocknetem Stroh, fein-süßlich und grazil die Malznote.

Einsiedler Zwickelbier. Feine Malznoten und der Duft von frischer Hefe vermischen sich zu einem stattlichen Bierkörper mit angenehmer Süße.

Einsiedler Pilsner. Es erstrahlt in hellem Glanz. Frische, blumige Hopfendüfte, schlanker Körper, gute Bittere (31 Bittereinheiten), trockener Nachhall.

Einsiedler 140er Vollbier. Zum 140. Brauereijubiläum 2025 haben die Einsiedler Braumeister dieses besondere Helle kreiert.

Einsiedler Schwarzbier. Abonnent:innen des Monatspakets wissen: Der Bierstil darf in ostdeutschen Brauereien nicht fehlen. Das Einsiedler Exemplar ist seidig schwarz schimmernd, mit einem dezenten Duft nach Röstmalz und der stiltypischen Schokoladennote.

Einsiedler Bock hell. Er begeistert mit sattem, goldfarbenem Glanz und dichter Schaumkrone. Der Duft von geröstetem Malz wird von einem Hauch Heu begleitet. Kräftiger und zugleich weicher Körper, sanfte Hopfenbittere.

Einsiedler Winterbock Zwickel. Kastanienfarben, naturtrüb, feinglitzernder Schaum mit prachtvoller Konsistenz. Feine Caramel- und Malzaromen und eine samtig weiche, unaufdringliche Bittere verzaubern die Sinne.

Einsiedler Doppelbock. Seidig schwarz, mit einem Hauch Mahagoni, und mit opulentem, karamellfarbenem Schaum. Noten von Röstmalz und Kaffeebohne, dazu Kakao, dezente Süße. Wuchtig, weich, wärmend. Bitte nicht zu kalt genießen.

Einsiedler Weißbier. Hellgelb mit orangefarbenen Reflexen. Dezent fruchtige Aromen, dazu etwas Gewürznelke. Ausgewogen, vollmundig und erfrischend.

Einsiedler Kirschbräu. Ein kräftiges Biermischgetränk, das mit 5,1 Prozent Alkohol aus der Radler-Reihe tanzt. Es wird aus Lager- und Weißbier mit Fruchtkonzentrat und Kirscharoma hergestellt. Dazu passt eine gute Schokolade, am besten zartbitter.

 

Wer das Brauhaus besuchen will, lässt das Auto stehen: Die City-Bahn aus Chemnitz hält an der Haltestelle Einsiedel Brauerei. Hinfahren!

 

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Fotos: © Einsiedler Brauhaus
Text: Birgit Rieber

Einsiedler - Hell
Lager / Helles 5,20% vol.
3,4
Einsiedler - Landbier
Märzen Bavarian Style 5,00% vol.
3,5
Einsiedler - Zwickelbier
Zwickel/Kellerbier 5,20% vol.
3,5
Einsiedler - 140’er
Pils German Style 5,00% vol.
3,3
Einsiedler - Zwickelbier
Zwickel/Kellerbier 5,20% vol.
3,5
Einsiedler - Bock Hell
Heller Bock 6,80% vol.
3,4
Einsiedler - Doppelbock
Dunkler Doppelbock 7,80% vol.
3,6
Einsiedler - Schwarzbier
Schwarzbier German Style 5,00% vol.
3,2
Einsiedler - Winterbock Zwickel
Zwickel Bock 6,20% vol.
3,5
Einsiedler - Weissbier
Helles Hefeweizen 5,20% vol.
3,6
Einsiedler - Kirsch
Radler 5,10% vol.
3,6

Kommentare

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flo_geyer • 2 minutes vor
❤️ 🍻❤️
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