BrewDog geht an Tilray

Was für ein Absturz. Eine Brauerei, die einst mit einer Milliarde Pfund bewertet wurde, wechselt für 33 Millionen den Besitzer. BrewDog, das schottische Craft-Beer-Phänomen aus Ellon, Aberdeenshire, ist Geschichte. Zumindest in seiner bisherigen Form.

Der Deal 

Am 2. März 2026 machte Tilray Brands es offiziell: Der US-amerikanische Konzern – ursprünglich als Cannabis-Unternehmen gegründet, mittlerweile breit diversifiziert in Pharma, Energy Drinks und Craft Beer – übernimmt BrewDog. Kaufpreis: 33 Millionen Pfund. Enthalten sind die weltweiten Markenrechte, die Brauerei in Ellon sowie elf ausgewählte Brewpubs in Großbritannien und Irland.

Was nicht inbegriffen ist: 38 weitere Bars, die sofort schließen. 484 Mitarbeitende verlieren ihren Job. Und die mehr als 220.000 Kleinanleger:innen, die über das berühmte Equity-for-Punks-Crowdfunding insgesamt 75 Millionen Pfund in das Unternehmen investiert hatten? Sie gehen leer aus.

Tilray

Tilray Brands ist kein unbeschriebenes Blatt in der Welt der Übernahmen. In den letzten Jahren kaufte das Unternehmen Dutzende Craft-Beer-Marken auf – darunter 10 Barrel Brewing, Widmers Brothers, Atwater Brewery und etliche mehr.

BrewDog passt da ins Bild. CEO Irwin Simon selbst sagt: „Man könnte diese Plattform in Europa heute nicht zum selben Preis aufbauen.“ Stimmt. Die Brauerei in Ellon kann bis zu zwei Millionen Hektoliter pro Jahr produzieren, läuft aber derzeit nur auf einem Drittel Kapazität. Tilray plant, dort künftig auch US-Craft-Marken für den europäischen Markt zu brauen. Cashflow-positiv will man BrewDog bis 2027 sehen.

Drei Braustätten — drei Schicksale

Die BrewDog Braustätten in Columbus, Ohio (USA) und Murarrie, Brisbane (Australien) sind vom bisherigen Tilray-Deal noch nicht erfasst; die Verhandlungen laufen separat, ein Abschluss wurde für rund 30 Tage nach dem UK-Deal avisiert. Die Berliner Niederlassung – wir haben berichtet – wird liquidiert.

Was bleibt?

Eine Marke, die noch immer Wiedererkennungswert hat — wenn auch mit erheblichem Imageschaden aus den letzten Jahren. Ob Tilray das Ruder herumreißen kann, bleibt offen. Die Equity-for-Punks-Geschichte hingegen ist ein mahnendes Kapitel über die Risiken von Crowdfunding.

Punk IPA gibt es weiterhin zu kaufen. Nur die Geschichte dahinter schmeckt gerade bitter. Prost — oder sagen wir besser: Slàinte.

 

Foto: AdobeStock - Robert

Kommentare

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DiKli911 • 2 wochen vor
Ich hoffe die HAZY JANE wird überleben. Für mich ein Referenz - NEIPA. Es wäre ein großer Verlust. 🍻
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sebastian_skoda • 2 wochen vor
Das Paradebeispiel für jahrelange Misswirtschaft. Anstelle sich auf das zu konzentrieren worum es ursprünglich ging hat man angefangen in einem Größenwahn zig Standorte aufzumachen, in einem riesigen Ausmaß zu expandieren. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Augenmerk auf sinkenden Bier Absatz weltweit. Was als eigenständiges, sympathisches schottisches Unternehmen begonnen hat ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Hätte man den Ball flach gehalten, sich auf überschaubarere Märkte konzentriert und den Export besser im Auge behalten anstelle Geld ohne Ende zum Fenster rauszuballern wär das alles vermeidbar gewesen. Und all jene die BrewDog überhaupt erst ermöglicht haben, die ganzne kleinen priavten Investoren, Fans, Freunde von Craft Beer, die gehen jetzt komplett leer aus. All jene, die man als Unternehmen eigentlich im Blick hätte behalten sollen. Diejenigen, die gutes Craft Beer nämlich schätzen. In meinen Augen ist dieses Unternehmen jetzt zu boykottieren. Alles was in Besitz von ausländischen Großkonzernen geht raubt jeder Brauerei ihre Identität. Da gibt's nix zu Beschönigen. Wie ihr richtig schreibt; BrewDog ist Geschichte.
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biergegennazis • 2 wochen vor
Ich als EQ Punk freu mich besonders :-)
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biergegennazis • 2 wochen vor
IRONIE
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Malzritter • 2 wochen vor
Ähnliche Geschichte wie bei Stone. Hoch geflogen, tief gefallen 🙁
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