Tschechien: Bierkonsum auf historischem Tiefstand
Der Bierkonsum in Tschechien ist 2025 auf ein historisches Tief gefallen. Laut dem Tschechischen Brauer- und Mälzerverband sank der Pro-Kopf-Verbrauch um 3,2 Prozent auf 121 Liter. Die heimischen Brauereien produzierten 19,96 Millionen Hektoliter – ein Rückgang von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich unter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019.
Auch die Exporte gaben nach: Nach einem Rekordjahr 2024 sanken sie um 8,2 Prozent. Als Mitgrund nennt Verbandsdirektor Tomáš Slunečko den rückläufigen Bierkonsum in wichtigen Nachbarländern wie Deutschland und der Slowakei.
Die Gastronomie leidet
Besonders spürbar ist der Wandel in der Gastronomie. Nur noch 28 Prozent des inländischen Konsums entfielen auf Gaststätten und Restaurants – ein weiterer Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Der Verband warnt, dass steigende Betriebskosten und sinkende Gästezahlen vor allem Lokale in kleineren Gemeinden unter Druck setzen.
Einziger Wachstumsbereich bleibt alkoholfreies Bier: Die Produktion stieg um 4 Prozent auf 1,68 Millionen Hektoliter; der heimische Konsum hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.
An der Spitze des Pro-Kopf-Konsums
Trotz des Rückgangs bleibt Tschechien zum 32. Mal in Folge das Land mit dem weltweit höchsten Pro-Kopf-Bierkonsum. Die Branche fordert politische Unterstützung, etwa durch einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Fassbier – das Finanzministerium hat solche Maßnahmen bislang jedoch nicht in Aussicht gestellt.
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