Teil 3/11 - WM 2026 - Wie Bier in anderen Ländern gelebt wird. (B)

In dieser Serie zeigen wir euch, wie das Thema Bier in den teilnehmenden Ländern der Fußball WM 2026 gelebt wird. Dieses mal die Gruppe B.

TEIL 1 - Gruppe E&J

TEIL 2 - Gruppe A

Gruppe B

 

Kanada:

Kanadisches Bier vereint britische Ale-Traditionen mit belgischen Einflüssen. Neben großen internationalen Konzernen prägen heute über 1.200 florierende Craft-Brauereien die vielfältige Bierlandschaft des Landes.

Der kanadische Biermarkt wird traditionell von drei großen Brauereien dominiert, die mittlerweile jedoch globalen Konzernen gehören:

Molson: Eine der ältesten Brauereien Nordamerikas (gegründet 1774), die heute mit Coors fusioniert ist.

Labatt: Ursprünglich aus Ontario, gehört mittlerweile zum Riesenkonzern Anheuser-Busch InBev.

Sleeman: Bekannt für traditionell gebraute Biere und heute Teil des japanischen Sapporo-Konzerns

Wie auch in vielen Ländern Europas, sind auch die Kanadier sehr stolz auf ihre unabhängigen Brauereien. Besonders hervorzuheben ist die größte Brauerei, die sich noch vollständig in kanadischem Familienbesitz befindet: Moosehead aus New Brunswick. Sie ist für ihr klassisches, gold-gelbes Moosehead Canadian Lager bekannt, das stark an den amerikanisch-kanadischen Stil angelehnt, aber durch einen malzig-süßen und leicht hopfigen Geschmack balanciert ist.

Im Gegensatz zu Europa, floriert in Nordamerika die Craft-Beer-Szene weiterhin. Kanada hat sich in diesem Bereich zu einer der führenden Nationen weltweit entwickelt. Besonders in den Metropolen sowie in British Columbia (West-Coast-IPAs) und in der französischsprachigen Provinz Québec (belgisch inspirierte Biere, Sours, Stouts) gibt es eine enorme kreative Vielfalt.

 

Bosnien und Herzegowina:

Am bosnischen Biermarkt (wie in den meisten Teilen Europas) sind hauptsächlich traditionelle, helle Lagerbiere und Pilsener zu finden. Diese starke Brautradition geht auf das österreichisch-ungarischen geprägte 19. Jahrhundert zurück. Während in der jüngeren Vergangenheit hauptsächlich internationale Importe gefragt waren, steigt die Vorliebe für lokal gebraute Biere stätig. 

Zu den ältesten Brauereien des Landes zählen: Sarajevska Pivara, Banjalučka Pivara mit ihrem Nektar Pivo und die Pivara Tuzla.

Besonders interessant ist die lokale Verwurzelung der Brauereien auf Grund der Historie des Landes. Biermarken werden meist nur lokal oder regional konsumiert. Ein Nektar trinkt man eher im serbisch geprägten Landesteil, während Sarajevsko in der Föderation dominiert. 

 

Katar:

In Katar ist Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit strikt verboten. Alkohol ist für nicht-muslimische Touristen nur in lizenzierten Hotelbars, Clubs oder speziellen Resorts gestattet. Dadurch ist Bier quasi ein Luxusgut. Ein Pint oder eine Flasche Bier (0,33l) kostet in Bars oftmals umgerechnet zwischen 12 € und 15 €. Beliebte Importe sind die weltweit dominierenden Massenmarken Bud, Heineken oder Stella Artois.

Auf Grund der strikten gesetzlichen Lage überrascht es kaum, dass in dem Emirat keine einzige Brauerei existiert.

Der "Bier-Streit" bei der WM 2022

Ursprünglich hatten sich der Weltverband FIFA und Katar darauf geeinigt, dass an den Stadien zu bestimmten Zeiten alkoholisches Bier ausgeschenkt werden darf. Doch nur 48 Stunden vor dem Eröffnungsspiel setzte das Emirat ein striktes Alkoholverbot an allen WM-Arenen durch. In den Stadionbereichen wurde stattdessen nur alkoholfreies Bier ausgeschenkt. Für den FIFA-Bierpartner Budweiser, der einen Millionenvertrag abgeschlossen hatte, war dies ein schwerer Schlag, der zu hohen Entschädigungsforderungen führte. 

 

Schweiz:

Der Schweizer Biermarkt ist von einer hohen Dichte an Kleinbrauereien geprägt. Dank dem Ende des strikten Bierkartells im Jahr 1991, ist die Schweiz heute die Heimat von über 300 Brauereien. Das Schweizer Bierkartell war eine strenge Preis- und Marktregulierungsvereinbarung zwischen fast allen Schweizer Brauereien, die von 1935 bis 1991 bestand. Es schützte Großbrauereien vor Wettbewerb, legte Absatzgebiete fest und verhinderte Preiskämpfe.

Beliebte Biere nach Regionen:

Ostschweiz: Appenzeller (Brauerei Locher) und Schützengarten.
Zentralschweiz: Eichhof 
Romandie: Cardinal 
Nordschweiz: Feldschlösschen 

Es existiert auch eine ambitionierte Craft-Beer-Szene in der Schweiz und diese lebt von Kreativität, handwerklicher Braukunst und vielfältigem Geschmack. Abseits der industriellen Massenware experimentieren über 1.000 Mikrobrauereien mit unkonventionellen Zutaten, neuen Hopfensorten und Reifeprozessen. 

Für internationales Aufsehen hat das Lobster-Lager in den letzten Wochen gesorgt. Wir haben dazu HIER einen Artikel für dich!

Kommentare

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Der Biergott • 5 std. vor
Wieder sehr interessant.!! 🍻
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Professor Eichstrich • 5 std. vor
In BiH findet sich aber auch sehr gutes Craft Beer, bspw. von OldbridZ in Mostar.
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