Brauerei des Monats - April 2026 - Herrnbräu
Ingolstadt ist ein Ort mit Geschichte, eine Stadt voller Braukunst – und voller Legenden. Da ist das Reinheitsgebot, das die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. hier verkündeten. Bis heute wirkt es sich auf die deutsche Braukunst aus. Und dann Frankenstein. Die Autorin Mary Shelley verortete ihre literarische Figur in Ingolstadt – dort studierte er, experimentierte mit Chemie und Anatomie und „erschuf Leben". Wer das Bierpaket dieses Monats mit den Bieren von Herrnbräu öffnet, begegnet beiden: dem Gesetz, das die Zutaten regelt, und dem Wesen, das später noch zur Sprache kommt.
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Vom Prewhaus zur Aktiengesellschaft
Die Wurzeln des Hauses liegen im „Herrnbräu Prewhaus", urkundlich erwähnt 1527. Mitte des 19. Jahrhunderts drohte dem Ingolstädter Brauwesen ein schleichendes Ausbluten: zu viele Braustätten für den kleinen Markt. Die Antwort war Zusammenschluss. Der Danielbräu und der Herrnbräu bündelten die Kräfte und gründeten gemeinsam die Actienbrauerei Ingolstadt – eine der ersten Aktiengesellschaften Deutschlands überhaupt. Es folgten weitere Fusionen, am Ende schlossen sich vierzehn Braustätten der Stadt an. Ab 1899 firmierte man unter dem Namen Bürgerliches Brauhaus – bis dann, ja, es ist ein bisschen kompliziert, in den 1960er Jahren Herrnbräu daraus wurde.
Drei Marken, eine Heimat
Die Hauptmarke Herrnbräu steht für klassisch bayerisches Brauen: Helles, Festbier, Doppelbock, Hefeweizen – das Sortiment, das in keiner ordentlichen bayerischen Brauerei fehlen darf. Braumeister Josef Pfaller versteht sein Handwerk. Dazu kommen drei eigenständige Marken, jede mit ihrer eigenen Geschichte.
Die älteste ist Ingobräu – gegründet rund zwanzig Jahre vor Herrnbräu, zwischendurch auch als Schäffbräu bekannt. 2007 wurde die Brautätigkeit aufgegeben. Herrnbräu kaufte die Markenrechte und gab damit einem Stück Stadtgeschichte eine neue Heimat.
Das Bürgerliche Brauhaus kennen wir bereits aus der Geschichte von Herrnbräu. Der Name schlummerte Jahrzehnte, bis Herrnbräu ihn 2018 wieder auferstehen ließ – mit zwei Sorten, die den altbairischen Charakter tragen: dem Altbairisch Hell und der Altbairisch Weisse.
Und dann ist da noch Herrngiersdorf. Zwischen Kehlheim und Landshut liegt die kleine Gemeinde mit knapp 1.500 Einwohnern – und einem herrschaftlichen Schloss, nach dem die Brauerei benannt ist. Ab 1899 ist die Braustätte im Besitz der Familie Pausinger, doch ihre Geschichte reicht weit darüber hinaus: über 890 Jahre, zurück bis ins Jahr 1131, womit sie zu den ältesten Brauereien der Welt zählt. 2013 wurde der Braubetrieb im Rahmen eines Kooperationsvertrages nach Ingolstadt verlagert – Herrnbräu übernahm Produktion, Vertrieb und Logistik. Die Schlossbrauerei existiert seither als Marke weiter, das Bier kommt aus Ingolstadt.
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Die Bier im Monatspaket
Zwölf Biere, drei Marken, fünf Jahrhunderte Brauereigeschichte – und ein Frankenstein, der freundlicher ist, als er klingt. Prost auf Ingolstadt. Und auf Biere, die uns ein klein wenig Gänsehaut schenken. Du willst das Monatspaket? Hier geht es lang.
Herrnbräu Klassiker
Helles Vollbier ist das Fundament der Brauerei. Ein klassisches bayerisches Helles – auch in der alkoholfreien Variante für alle, die gern „ohne" trinken.
Mit dem Festbier Tradition feiern die Ingolstädter das Reinheitsgebot. Zu diesem Anlass wird es alljährlich so kräftig und vollmundig gebraut, wie es sich gehört.
Die beiden Weizenbiere entsprechen vollumfänglich dem Gusto der bayerischen Gaumen: Hefeweißbier hell, einmal mit und einmal ohne Alkohol.
Die Herrnbräu Spezialitäten
Victor Frankenstein Spezialbier – Mary Shelley ließ ihren Victor Frankenstein in Ingolstadt studieren, experimentieren, Leben erschaffen. Wenn Herrnbräu eines seiner Biere dieser Gestalt widmet, ist das ein augenzwinkerndes Bekenntnis zum literarischen Erbe der Stadt. Bernsteinfarben, kaltgehopft mit Hallertau Blanc. Zitrusnoten, Aromen, die an Muskatellertrauben erinnern, dezent malzbetont, angenehme Bittere.
Roter Panther – Der dunkle Bock wird normalerweise nur für den italienischen Markt gebraut. Ganzjährig, nicht etwa nur zur Starkbierzeit. Schön, dass wir ihn bekommen. Bitte mit Bedacht und nicht zu kalt genießen – 7,1 % Alkohol.
Für Italien geht sogar noch mehr: Auch der helle Doppelbock ist ein Spezialsud, der sonst komplett in den Süden reist. Mit 8,1 % Alkohol ein echtes Schwergewicht.
Die Biere der anderen Marken
Bürgerliches Brauhaus Altbairisch Hell – Die Verbeugung vor der Geschichte des eigenen Hauses und der Stadt.
Ingobräu Hell – Noch einmal ein Hoch auf die Ingolstädter Braukunst. Eine Nuance trockener und hopfiger als das Altbairisch Hell. Sagen zumindest die Daten. Was sagst du?
Herrngiersdorfer Grantler Hell – Ein Helles mit Charakter, und einem Namen, der keine langen Erklärungen braucht. Wer schon einmal einen echten Grantler erlebt hat, weiß, was er von diesem Bier zu erwarten hat: wenig Smalltalk, viel Substanz.
Herrngiersdorfer Hallertauer Hopfen-Cuvée – Die Hallertau ist die größte Hopfenanbauregion der Welt, und das schmeckt man hier. Die Hopfensorten spielen die Hauptrolle.
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